Am frühen Morgen fuhr ich mit der Bahn nach #Nara, eine knappe Stunde von #Kyoto entfernt. Dort steht einer der ältesten #buddhistischen #Tempel und die größte #Buddha #Statue.
Das erste, was ich dort sah, noch vor dem Eingang zum #Tempelbezirk, waren vier #Hirsche, die an einem #Getränkeautomaten standen. Es sah aus, als wollten sie etwas ziehen, oder
sollte ich dies für sie tun?



Auch auf dem Weg zum gewaltigen
Tor und zum Haupttempel überall diese kleinen Hirsche, ca.1200 sollen es sein. Die Schutzgottheiten ritten auf Hirschen nach Nara; deshalb verehrt man sie als heilig. Sie sind zu-
traulich, bummeln zwischen den Menschmassen hindurch, lümmeln unter Steinlaternen und im weitläufigen Park herum. Es gibt besondere Kekse, mit denen man sie füttern kann. Manche sind keck und knabbern an Ärmeln oder zupfen Pro-
spekte aus Hosentaschen. Eine heitere, sanfte Stimmung.

An den #Toren und im größten Tempel stehen furchteinflößende #Wächter. Im Inneren dunkel, nur mit #Kerzenlicht und spärlichem Lichteinfall durch die Türe erhellt. Man läuft direkt auf den riesigen, fast schwarzen, sitzenden Buddha zu, seine Hände so groß wie ein Mensch. Davor ein Altar mit #Blumengestecken, hübsch aufgeschichtetem #Obst, goldenen #Kerzenleuchtern und flachen Schälchen. Ich umrundete die Statue. Noch weitere goldene kleinere Buddhastatuen in den Seitenflügeln, dazwischen im hinteren Bereich des Raumes weitere riesige Wächter. Gigantischen #Balken stützen die
#Dachkonstruktion. Durch das rote Gebälk blitzten da und dort goldene# Ornamente. Eine besinnliche Stimmung, trotz der zahlreichen Besucher.




Ich schlenderte noch einige Stunden durch das Gelände, den #Park, Tempel und #Schreine überall; irgendwann hat man genug davon. Aber ich sagte mir, dass ich wahrscheinlich nie wieder hierher kommen würde und schaute mir so viel als möglich an.







Zwischendrin #Stände mit #Souvenirs. Überall bimmelten #Glöckchen. Ich erstand ein kleines hell klingendes, das ich vor meinem #Schlafzimmer aufhängen wollte. Das Läuten soll mich vor dem Schlafengehen und beim Erwachen an diese zauberhafte Atmosphäre erinnern.
Zum Schluss hatte ich eigentlich gar keine Lust mehr, noch mehr zu sehen, war schon zu voll von all den Eindrücken. Entschied mich aber dennoch, einen auf dem Weg liegenden Tempel anzuschauen. Und wie gut das war! Buddhistische nationale #Schätze wurden in der großen, ehemaligen #Tempelhalle gezeigt. Mir stockte der Atem bei einem Buddha Kopf. So schön war er, sah fast ägyptisch aus.
Große Klarheit, Reinheit der Gesichtszüge, der Ausstrahlung. Ein Leuchten ging von ihm aus. Eine innere #Konzentration und Heiterkeit, Präsenz. Eine andere Skulptur berührte mich noch mehr. Ich konnte mich kaum von ihr lösen. Ein #Mönch, ganz realistisch dargestellt. So viel #Mitgefühl ausdrückend, um das #Leid der Menschen wissend, mitleidend, liebend. ( Auszug aus meinem Buch “ Mokume und die Kunst des Reisens“
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