Der „#Philosophenweg“, #Tetsugaku no michi, beginnt am Silbertempel, #Ginkaku-ji , läuft an einem kleinen Bach entlang und endet nach ca 2 km am #Nanzen-ji Tempel. Mal läuft der Pfad auf der einen, mal auf der anderen Seite des Bächleins, verbunden durch kleine Steinbrücken, beschattet von alten Bäumen. An einer #Brücke begegneten mir junge Mädchen in #Kimonos. Es ist hier bei den Girls schick, sich für einen Tag einen Kimono zu leihen – mit allen #Accessoires, vom Haarschmuck über Handtasche bis zu den Schuhen. Sehr hübsch. Sie freuten sich sehr, dass ich ihnen Komplimente machte und wollten unbedingt, dass ich auch mit auf einem Foto bin.

Ginkaku-ji
Es gibt tatsächlich an jeder Ecke hier #Tempel und #Schreine. Der nächste lag ein wenig abseits im #Wald. Sehr ruhig. Dunkel. Feuchte Luft. Zwei große Rechtecke aus #Sand mit eingerechten #Spiralen am Eingang. Felswände. Davor eine lebensgroße stehende #Bodhisattva #Statue.
Mein Hunger zog mich dann in die Seitengassen. Sah ziemlich unbelebt aus. Ich fürchtete schon, nichts zu finden. Nach einer Weile entdeckte ich an einem kleinen Haus ein unscheinbares Restaurantschild. Alles ganz ruhig, nichts zu hören.
Dennoch öffnete ich die Türe und tatsächlich war das Mini Restaurant geöffnet. Es saß eine Frau, in ihr Handy vertieft, dort. Ich entdeckte ein Buch in japanischer #Schrift mit einer Fotographie von André #Breton, aufgenommen von Henry Cartier #Bresson. Es war aufwändig und schön gestaltet. Auch andere ganz besondere Bücher #französischer #Surrealisten. Eines mit #Illustrationen von Andre #Masson waren ausgelegt. Leise #Jazzmusik lief im Hintergrund. Ein #Plattencover von Miles #Davis und John #Coltrane mit dem Titel „Someday my prince will come“ lehnte an einem Regal. Ich hatte gar nicht gewusst, dass diese beiden Giganten zusammen eine Platte aufgenommen hatten. Und dann dieser Titel. #Kimonostoffe lagen ausgebreitet, etwas #Glasschmuck. Eine Theke und zwei Tische. Die Eigentümerin kochte extra für mich #Spaghetti mit frischem Gemüse. Der Duft war herrlich und es war delikat. Eine weitere Frau setzte sich an die Theke. Ich konnte mich mit ihr unterhalten. #Modedesignerin, die derzeit in #Kobe eine Show hat. Sie wollte wissen, ob ich aus beruflichen Gründen in #Japan sei. Ich erzählte ihr von #Mokume Gane, was hier anscheinend völlig unbekannt ist. Die Besitzerin wurde hellhörig und setzte sich dazu. Sie ist mit einem #Künstler befreundet, der mit Stahl arbeitet; deshalb wohl auch das Interesse an dieser #Metalltechnik. Den Übersetzer dieser surrealistischen #Literatur kennt sie auch – er ist häufig Gast hier. Die #Designerin meinte, ich hätte großes Glück gehabt, dieses Restaurant gefunden zu haben. Es sei berühmt. Wie auch immer, es war sehr speziell und eine stimmungsvolle, ungewöhnliche Atmosphäre. ( Auszug aus meinem Buch „Mokume und die #Kunst des #Reisens“)
Danach schlenderte ich weiter am #Philosophenweg, besuchte den #Friedhof am #Waldrand. Kein Mensch außer mir dort. Schwerer Duft von Erde, alten Bäumen. Mystische Stimmung. Rechteckige #Säulen als #Grabsteine. Sehr selten #Buddha Statuen oder alte amorphe bemooste Steine, Sand oder Kieselsteine auf den Gräbern, niedrige Sträucher, Büsche, kaum Blumen.
Ein Stück weiter waren ein paar #Shinto-Schreine mit Tierskulpturen, überdimensionale Mäuse, Ratten und Reissäcke. Wie ich es beobachtet hatte, wünschte ich mir vor einem #Schrein Glück, zog an einer Schnur, die vor dem Schrein befestigt ist, läutete eine Glocke und klatschte in die Hände – kann ja nicht schaden.
Weiter ging es, vorbei an vielen #Restaurants, #Cafés, kleinen #Boutiquen – bis der Weg schließlich am #Nanzen-ji Tempel endet. Am Eingang ein gewaltiger #Weihrauchkessel aus #Kupfer, #Grünspan. Sehr große Anlage mit mehreren Steingärten. Es wurde gerade eine #buddhistische #Zeremonie gehalten. Man konnte die #Mönche rezitieren hören und die rhythmischen Stockschläge. Beruhigend, stärkend für den Geist. Ein Kosmos für sich.

Nanzen-ji
Der Name des Pfades geht auf den #Philosophen Nishido #Kitaro ( 1870 bis 1945 ) zurück, der auf seinem täglichen Weg zur #Kyoto #Universität dort entlang schlenderte.
Beginnt man den Pfad am #Silbertempel, fährt man am besten mit dem Stadtbus Nr 4 oder 100 dorthin.
https://wordpress.com/block-editor/post/geishaworld-reiseninjapan.com/1731













