
Die Überfahrt mit der #Fähre von #Takamatsu war herrlich. Wunderbare Insellandschaft. Schönes #Licht. Vorfreude auf mein nächstes Ziel. #Sonnenuntergang über den Inseln. Am #Hafen angekommen, machte ich zuerst ein paar #Fotos der #Skulpturen, ein Riesenkürbis in Rot mit schwarzen Punkten, ein bunt beleuchtetes #Objekt und etwas sehr zart wirkendes, aus der Ferne wie eine #Kokon Hülle, halbtransparent, fast schwebend erschien es.

Sehr ruhig, kleine traditionelle Häuschen. Abendstimmung. Das kleine #Hostel ist o.k., schlicht, in #japanischem Stil eingerichtet. Die Wirtin spricht perfekt Englisch; sie hatte einige Jahre in US gelebt. Dann ging ich nochmals Richtung Hafen. Auf der #Insel dreht sich alles um zeitgenössische #Kunst und #Architektur, im Zusammenspiel mit der Umgebung, #Landschaft, schon bei der Ankunft am Hafen.
Entsprechend interessant sind auch die Besucher. Auf der Suche nach einem #Restaurant begegneten mir ein Schotte und ein Kolumbianer, Arbeitskollegen, die zusammen reisten, und begleiteten mich ein Stück. Wir schauten uns den „Kokon“ an, saßen eine ganze Weile darin. Er wirkt nur aus der Ferne, und beleuchtet, so zart, fragil; ist aus #Metallgeflecht gebaut, recht bequem zum Sitzen.

Am Morgen nahm ich mir viel Zeit zum Frühstücken, da ich
wenig geschlafen hatte. Ich lief ein Stück die Küste entlang. Hochsommerlich heißes Wetter, schwere #Düfte. Intensives #Vogelgezwitscher, Stimmen, die ich noch nie gehört hatte.

Wunderschöne zerklüftete #Küstenlandschaft, herrliches #Licht. So kam ich entspannt, gestärkt am #Chichu Museum an. http://benesse-artsite.jp/en/art/chichu.html

#Mokume und die #Kunst des #Reisens“ https://www.amazon.de/dp/3000609946
Vor dem Gebäude ist ein Teich mit #Seerosen, vielen #Blumen, #Bäume, #Sträucher, #Büsche, ein paradiesischer #Garten, angelegt wie ein Garten Monets. Grüne üppige Pracht. Man fühlte sich wie in ein Gemälde von #Monet hineinversetzt. Ein vieldimensionales Gemälde, mit Vogelstimmen, Düften. Ein Kunstwerk für sich. Und doch ein Stück #Natur.
Dann der Durchgang zum #Museum. Als ich zurückblickte, leuchtete die Sonne hinein, ein Strahlen wie aus einer anderen #Dimension. Im Inneren Klarheit, strenge #Geometrie.
Ein Innenhof, grau, sehr hohe Wände, #Sachlichkeit, #Minimalismus, und am Boden lebendiges Grün. Dicke Stängel eines grasähnlichen
kurzgewachsenen Gewächses, auch Strenge, aber frisches Grün, Leben.
Der Raum, in dem die Monets hängen, späte Waterlilies, die ich besonders liebe, nur von Tageslicht beleuchtet. Die Farben brillant. Ein Rausch von #Farben, Strukturen, Wirbeln, wie ein Tanz, #Partituren, #Musik. Der Boden dämpfte den Schall. Man musste Pantoffeln anziehen, wie in einem #Tempel, um die Atmosphäre nicht zu stören, die Heiligkeit der Bilder. Noch nie hatte ich Monets so passend, so schön präsentiert, gesehen.
Dann ein Raum mit einem kleinen Sechseck von James #Turell, blau beleuchtete Fläche, reines Licht, über die Ecke hinweg projiziert. Ein Bild aus Licht. Blaue Energie. Eine spirituelle Dimension.
Danach ein Raum mit einer Öffnung in der Decke, ein #Trapez, das den #Himmel frei gibt. Der Himmel als Bild, das sich ständig verändert, das auch die Stimmung, Licht und Schatten des gesamten Raumes ständig verändert.
Weiter zum großen Turell Raum. Man musste in einer Schlange warten. Ruhe, Flüstern. Nur wenige Besucher durften zusammen hineingehen. Die Wärter waren wie #Priester, die einen auf eine #Initiation vorbereiten. Es hatte etwas von einer #spirituellen #Einweihung. Wie in einem Tempel. Einstimmen auf das große Ereignis. Und es war überwältigend. Man ging eine Treppe hoch, betrat den blau leuchtenden Raum. Fast wie schwebend, die Begrenzungen kaum mehr wahrnehmend. Ein Raum aus Licht, ein Rausch aus Blau. Wenn man sich umdrehte, blickte man auf eine orange beleuchtete Wand, wie die aufgehende #Sonne. Raum. Die zweidimensionale #Wahrnehmung wurde erweitert. Man steht mitten in der 3. Dimension, lebendig, kein außen, kein innen, alles Licht, Energie. Unten an der Treppe, am Erdboden, wieder
angekommen, schaute ich mir den Raum nochmal von außen an. Die orange leuchtende Außenwand wie ein Rahmen, ein Durchblick in das reine Nichts, in Energie, Raum, Unendlichkeit.
Schließlich noch der Raum von Walter #deMaria. Der ganze
Raum eine Treppe, im oberen Teil eine riesige #Kugel aus
poliertem #Stein. An den Wänden, oberhalb der Augenhöhe
goldfarbene #Stelen. Klarheit, Strenge, gewaltig, wie in einem
#ägyptischen Tempel.
Wieder draußen, brauchte ich eine Pause, um das alles sinken
zu lassen. Ich ruhte etwas am Monet-Garten aus, fuhr dann
mit dem Bus weiter zum Lee #Ufan Museum. Ausstieg.

An einer grauen Betonwand vorbei. Dann auf dem Grün des #Rasens
ein frei liegendes riesiges Rechteck aus dunklem Stahl, davor
ein wuchtiger heller #Naturstein, im Hintergrund sanfte #Hügel,
Grün, das Blau des Wassers, in der Ferne Inselchen.


Das Museum, eine graue Wand, vor einer grauen großen, ebenen Fläche. Darauf eine hohe, dünne, graue #Säule, ein Linie in den Himmel, daneben wieder ein großer hellbrauner Naturstein. Graue Sachlichkeit, Wucht, inmitten grüner Landschaft.
Den Bus zum nächsten Museum lies ich diesmal vorbei fahren, ging die Straße entlang den Hügel hinauf in Richtung des Dorfes #Honmura, musste meine Augen, meine #Seele ausruhen lassen. Der Weg führte an einem Teich im Wald vorbei, darin, wie #Schmetterlinge auf der Wasseroberfläche, etliche kleine #Skulpturen, weiß, zart, sich im #Wind wiegend.

Der Pfad schlängelte sich weiter den Hügel hinab ins Dorf. Ich ging Richtung Hafen, passierte Künstlerateliers, die Häuser selbst schon wie Kunstwerke. Eines wie aus #Fundstücken, rostigen #Blechen, #Schwemmhölzern, zusammen gezimmert. Am #Meer der traditionelle Ort, Tempel, Holzhäuser, weitere Museen und #Ateliers.


Von hier aus nahm ich den Bus ins dritte Museum, #Benesse House, auch von Tadao #Andō entworfen. Im Dorf waren alle Restaurants geschlossen. Ich war sehr hungrig. Auf der #Terrasse des Museums konnte ich bei herrlichem Ausblick über die Bucht und die Inselwelt mein sehr spätes Mittagessen genießen. Danach schlenderte ich noch ein wenig durch die Räume. Es gibt unterschiedlichste moderne und zeitgenössische Kunst von #Giacometti, #Christo, #Pollock, bis hin zu #Landart von Richard #Long. Aber es waren zu viele Eindrücke heute, ich konnte nichts mehr aufnehmen. Schade, dass ich für #Naoshima nicht mehr Zeit eingeplant hatte. Allein hier könnte man schon Tage verbringen. Ich muss wohl nochmal wieder kommen.
Auf dem Rückweg zu meinem Hostel lag noch ein gelber Riesenkürbis der japanischen Künstlerin Yayoi #Kusama auf einem Steg am Meer. Überall Kunst.
Für mehr Information: Benesse House Gotanchi, Naoshima, Kagawa 7613110 Japan
Tel. +81-(0)87-892-3223
Chichu Museum 3449-1 Naoshima, Kagawa 7613110 Japan
Tel. +81-(0)87-892-3755
Lee Ufan 1390 Azakuraura, Naoshima, Kagawa 7613110 Japan
Tel. +81-(0)87-892-3754 (Fukutake Foundation)
Auszug aus meinem Buch „Mokume und die Kunst des Reisens“ https://www.amazon.de/dp/3000609946